Neue Sampler-CD "Hart+Zart II": Bayerischer Rock

Musikalische Bandbreite vom Blues bis Glam-Rock

07.04.2009 Andrea Weber

Vier Stunden bayerische Mundart-Musik präsentierte kürzlich BSC Music und die Mundart Ageh in der Kleinkunstbühne Hinterhalt im Süden Münchens

So ein Inhouse-Festival, wo zehn Bands und Solisten an einem Abend nacheinander auftraten, ein Musikmarathon von vier Stunden ohne Pause, das gab es im Bayerischen Oberland bislang noch nicht. Auch die musikalische Bandbreite, ausnahmslos mit bayerischen Liedgut, konnte sich sehen lassen: halbbairischer Samba, skurriles Musikkabarett, Bavarian Folk, gefühlvoller Blues, harter Glam-Rock. Es war die Auftaktveranstaltung der neuen Mundart-Reihe des Münsinger Plattenlabels BSC Music im Hinterhalt, quasi eine Vorstellungsrunde der Musikgruppen und Solisten, die künftig in abendfüllenden Konzerten zu hören sein werden. Die Geltinger Kleinkunstbühne war ausverkauft, das zeigt auch, dass die bairische Musik außerhalb der Volksmusikszene im Vormarsch ist.

Ein vierstündiger Musik-Marathon

Bevor die Live Acts begannen, gab es zuerst die Vorstellung der neuen Sampler-CD „Hart +Zart III“ mit 22 Musikgruppen aus Bayern, moderiert von BSC-Chef Christoph Bühring-Uhle und Karl Kefes, Vorsitzender der Mundart Ageh. Zehn Formationen aus der CD waren in den Hinterhalt gekommen, um einen Vorgeschmack zu präsentieren.

"Boarisch groove“ und der „Chiemgau Reggae" von Horst Biewald

Pünktlich startete der Chiemgauer Musiker Horst Biewald. Er überzeugte auch die Oberländer mit seiner unverkünstelten Unplugged-Musik. Sein "Boarisch groove“ und der "Chiemgau Reggae“ waren Songs zum Lauschen und Genießen.

Deftiger Hardrock von "Edinga"

Etwas später wurde es deftig laut, als die Altöttinger Hardrocker „Edinga“ ihren Sound durch die Boxen ins Publikum peitschten. Sänger Oliver Heuwieser hat mit Band den weiten Weg in den Münchner Süden gerne in Kauf genommen, weil er Kontakte zur Mundart-Szene knüpfen will. "Bei uns in der Region gibt es wenig Dialektgesang in der Rockszene und noch weniger Bühnen, auf denen wir spielen könnten.“

Highlights: Schriller Tiger Willi und kraftvoller Folk von IRXN

Wohl der schrillste von allen Künstlern war Tiger Willi, der Wilhelm Raabe heißt und in Steinbach am Wörthsee ein Traditionslokal führt. Er war von dem bunten Abend begeistert, genauso wie die Zuschauer von ihm. Er ist ein Grenzgänger im Tiger-Outfit mit fuchtelnder Gestik, der bisweilen schon vulgäre Texte besingt, wie etwa das Lied vom "Triebhofer Sepp“ und vom "Papageil“. Das Highlight schließlich war am Ende die Münchner Folkrockband IRXN. Ihre Musik besitzt Kraft und viel Gefühl. In ihrem Song „Zigano“ wurde der Csárdás-Rhythmus so schnell, dass dem Publikum bisweilen die Luft ausging. Selbst nach vier Stunden Musik-Marathon forderte das Publikum mit langem Beifall noch Zugaben ein. Am Ende des Mundartauftaktes waren sich alle Künstler einig, darunter auch Barbara Lexa, Schorsch ohne seiner Bagasch, Turbolenz, Blues Lick, Zwoastoa und die Punker TFWOBAB, dass es ein Glück ist, eine Bühne wie den Hinterhalt zu haben.

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Bluesmusiker Georg Hampel, Andrea Weber Bluesmusiker Georg Hampel
Band Zwoastoa , Andrea Weber Band Zwoastoa
Liedermacher Horst Biewald, Andrea Weber Liedermacher Horst Biewald
Alle Musiker auf der Bühne, Andrea Weber Alle Musiker auf der Bühne
Folkrock-Band IRXN, Andrea Weber Folkrock-Band IRXN